Schnatgang der Schützengilde der Stadt Lage – Tradition trifft auf Gegenwart

von Sven Stiller

Schützengilde wandert am 5. September zum Gut Ottenhausen

Lage. Am Samstag, dem 5. September 2026, lädt die Schützengilde der Stadt Lage von 1509 e.V. wieder zu ihrem traditionellen Schnatgang ein. Die Veranstaltung gehört zu den besonderen Traditionen der Gilde und verbindet die Geschichte der Lagenser Schützen mit Geselligkeit und dem Besuch historisch eng mit der Gilde verbundener Höfe.

Treffpunkt für alle Teilnehmer ist um 14.00 Uhr am Schießstand der Schützengilde. Von dort führt die diesjährige Wegstrecke zunächst durch die Stadt über die Hermannstraße, Elisabethstraße und Heidensche Straße bis zur ehemaligen Gärtnerei Warweg. Dort erwartet die Schnatgänger eine erste Rast mit Bewirtung durch den amtierenden Thron der Schützengilde, mit König René I. und Königin Denise I an der Spitze.

Anschließend geht es weiter über die Johannissteine und die Ottenhauser Straße zum eigentlichen Ziel des diesjährigen Schnatgangs: dem Gut Ottenhausen. Dort wird die Gilde erneut zu Gast sein und einen besonderen Moment der langjährigen Verbundenheit mit dem Hof erleben.

Für ältere und gehbehinderte Mitglieder steht um 14.00 Uhr eine Fahrgelegenheit ab dem Schützenplatz zur Verfügung.

Hofübergabe und besondere Ehrung

Auf dem Gut Ottenhausen steht in diesem Jahr eine besondere Zeremonie auf dem Programm. Der Hof wird an seinen neuen Eigentümer Niklas Ottenhausen übergeben. Anlässlich dieser Übergabe wird Niklas Ottenhausen vom Oberst der Schützengilde zugleich zum Ehrenmitglied der Gilde ernannt.

Damit wird eine jahrhundertealte Tradition fortgeführt. Die Eigentümer des Gutes Ottenhausen nehmen bereits seit mehreren Jahrhunderten eine besondere Stellung innerhalb der Geschichte der Lagenser Schützen ein. Schon im ersten überlieferten Protokollbuch der Gilde aus dem Jahr 1730 wird der damalige Besitzer des Gutes Ottenhausen, Johann Töns Meyer zu Ottenhausen, ausdrücklich im Zusammenhang mit der Schützengilde erwähnt.

Die Verbindung war dabei keineswegs nur symbolischer Natur. Die Eigentümer des Gutes wurden trotz ihres Wohnsitzes außerhalb des damaligen Fleckens Lage zum Schießen der Lagenser Schützen eingeladen und unterstützten die Gilde traditionell mit einem Schießpreis und einem Fass Bier. Diese besondere Beziehung zwischen dem Gut Ottenhausen und der Lagenser Schützengilde hat sich bis in die heutige Zeit erhalten.

Auch die Ernennung der jeweiligen Hofeigentümer zu Ehrenmitgliedern hat eine lange Tradition. Nach dem Neubeginn der Schützengilde im Jahr 1950 wurde diese besondere Verbindung zu den traditionsreichen Höfen weitergeführt. Der Schnatgang nach Ottenhausen knüpft somit unmittelbar an die jahrhundertealte Geschichte der Gilde an.

Eine Tradition mit langer Geschichte

Der Begriff „Schnatgang“ geht auf die frühere Grenzbegehung zurück. In Zeiten, in denen die Grenzen des Fleckens Lage noch durch Hecken, Gräben und natürliche Begrenzungen markiert waren, wurden diese Grenzen regelmäßig kontrolliert und gemeinsam begangen. Bereits für die Jahre 1692, 1698 und 1703 ist überliefert, dass die gesamte Gemeinde die „Schnat betreten“ hat.

Auch in der ersten gedruckten Satzung der Schützengilde aus dem Jahr 1887 wurde diese Tradition ausdrücklich festgeschrieben. Dort heißt es, dass in Jahren, in denen kein Schützenfest gefeiert wurde, ein „Grenzbezug“ der Offiziere stattfinden sollte, zu dem auch die Bürgerschaft einzuladen war.

Der Schnatgang war damit ursprünglich weit mehr als ein geselliger Ausflug. Die Kontrolle der Grenzen und Hudeflächen hatte für die damaligen Lagenser Bürger eine ganz konkrete Bedeutung und diente unter anderem der Sicherung der Nutzungsrechte für das Vieh.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition der Schnatgänge von der neu gegründeten Schützengilde wieder aufgenommen. Seitdem stehen neben dem historischen Gedanken vor allem die Pflege der Gemeinschaft und die Verbindung zu den traditionsreichen Höfen im Mittelpunkt.

Rückweg über Ehrentrup und geselliger Abschluss

Nach dem Aufenthalt auf Gut Ottenhausen führt der Rückweg in diesem Jahr über Ehrentrup und die Lagenser Innenstadt zurück zum Schießstand.

Dort findet anschließend der gesellige Abschluss des Schnatgangs statt. Bei einem Imbiss, kalten Getränken und musikalischer Unterhaltung durch einen DJ soll der Tag in gemütlicher Runde ausklingen.

Zum Abschluss am Schießstand sind ausdrücklich auch alle Mitglieder, Freunde und Gäste eingeladen, die nicht am Schnatgang teilgenommen haben. Damit bietet die Veranstaltung auch denjenigen die Möglichkeit, am geselligen Teil des traditionellen Gildetages teilzunehmen, die die Wanderung selbst nicht mitmachen können oder möchten.

Die Organisatoren hoffen auf eine große Beteiligung und gutes Wetter. Der Schnatgang bietet schließlich eine besondere Gelegenheit, Tradition und Gemeinschaft miteinander zu verbinden und gleichzeitig einen Blick auf die jahrhundertealte Geschichte der Schützengilde der Stadt Lage zu werfen.

Beginn des Schnatgangs: Samstag, 5. September 2026, 14.00 Uhr
Treffpunkt: Schießstand der Schützengilde der Stadt Lage in der Eichenallee
Ziel: Gut Ottenhausen
Abschluss: ab ca. 18:30 Uhr Schießstand der Gilde mit Imbiss, Getränken und DJ

Die Schützengilde freut sich auf zahlreiche Schnatgänger und auf viele Gäste beim anschließenden geselligen Abschluss am Schießstand.