Der Historie der Stadt Lage sehr verbunden

von S Punkt Online

Diesjähriger Preis der August-Kluckhohn-Stiftung geht an Margarete Wißmann

Lage. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Foyer des Lagenser Rathauses wurde Margarete Wißmann der diesjährige Preis der August-Kluckhohn-Stiftung überreicht.

Die im zweijährigen Turnus durch die Stiftung zu vergebene Auszeichnung in Höhe von 2.000 Euro wird an Personen verliehen, die sich im Sinne der Stiftungsgeberin Anneliese von Tannstein, geb. Kluckhohn, verdient gemacht haben. Ihr Anliegen war es, durch die Stiftung, im Sinne ihres Vaters, August Kluckhohn, wissenschaftliche Arbeiten sowie Ausstellungen, die sich mit der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt Lage sowie der Geschichte bedeutender Lagenser Familien befassen, zu fördern.

Bürgermeister Matthias Kalkreuter als Vorsitzender des Stiftungsrates hieß Margarete Wißmann, ihre Familie, Freunde und Weggefährten sowie Constanze Bartiromo und Dr. Rudolf Hüls als Mitglieder der Stiftungsfamilie sowie Helmut Biere als weiteres Mitglied des Gremiums zur Preisverleihung herzlich willkommen. Er stellte heraus, dass der Stiftungsrat einen einstimmigen Beschluss gefasst habe und er sich sehr freue, dass die diesjährige Auszeichnung der August-Kluckhohn-Stiftung Margarete Wißmann verliehen werde.

Der Bürgermeister berichtete, dass im Stiftungsrat mit Constanze Bartiromo ein neues Mitglied vertreten sei. Frau Bartiromo habe die Nachfolge ihres Stiefvaters, Martin Kluckhohn, angetreten, der im vergangenen Jahr plötzlich verstorben sein. Die Anwesenden der Veranstaltung gedachten in einer Schweigeminute des verstorbenen Mitglieds der Familie Kluckhohn.

Dr. Rudolf Hüls, Mitglied des Stiftungsrates und Neffe der Stiftungsgeberin, würdigte in seiner Laudatio das Engagement der diesjährigen Preisträgerin. Er hob hervor, dass Margarete Wißmann sich in mehreren Veröffentlichungen intensiv mit der Erforschung des Jüdischen Friedhofs an der Flurstraße beschäftigt habe. Ihre Nachforschungen seien 2013 in einer umfangreichen Veröffentlichung vorgelegt worden, die 2017 die Basis für einen vielbeachteten Vortrag gewesen sei. Des Weiteren gelte ihr Augenmerk weiteren Straßen und Plätzen in Lage. Sie habe mit ihrem Aufsatz „Der Sedanplatz im Wandel eines Jahrhunderts“ sowie mit ihren Ausführungen zur sogenannten „Alten Burg“ die geschichtliche Entwicklung der sich in der Kernstadt befindlichen Ruine nachgezeichnet. Diese Ergebnisse seien im Historischen Jahrbuch 2017 veröffentlicht worden.

„Darüber hinaus wirkt Margarete Wißmann als Vorsitzende der Ortsgruppe Lage des Lippischen Heimatbundes in das kulturelle Leben der Stadt Lage, mahnt und gibt Denkanstöße. Zu nennen ist ferner ihre aktive Mitgliedschaft im Förderverein der Stadtbücherei. Möge unsere diesjährige Preisträgerin ihr aktives Engagement zum Wohle unserer Stadt noch lange fortsetzen können. Der August-Kluckhohn-Preis sei ihr dafür Ansporn und Anerkennung zugleich“, führte der Laudator aus und gratulierte der Preisträgerin.

Auch Bürgermeister Matthias Kalkreuter gratulierte und überreichte der Preisträgerin eine Urkunde sowie einen Blumenstrauß.

Margarete Wißmann dankte sehr herzlich für die Würdigung ihrer Recherchen und ihres ehrenamtlichen Engagements. Sie dankte darüber hinaus allen, die sie dabei unterstützt und begleitet haben. Ihre Recherchen, insbesondere ihre Nachforschungen zum Jüdischen Friedhof in der Flurstraße, habe sie aus Interesse und Berührtheit verschriftlich. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass Menschen, ihre Namen und ihre Lebensgeschichten nicht vergessen werden. Es ist auch mein Bestreben, die Historie der Stadt in das Gedächtnis zu holen“, hob sie hervor. Darüber hinaus wünsche sie sich, dass es mehr Menschen gebe, die sich für die Lagenser Stadt-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte interessieren, denn – so stellte sie fest: „Geschichte macht Spaß“.

Foto: Die Mitglieder des Kuratoriums der August-Kluckhohn-Stiftung Helmut Biere (von links), Dr. Rudolf Hüls sowie Constanze Bartiromo (Zweite von rechts) und Bürgermeister Matthias Kalkreuter (rechts) mit der diesjährigen Preisträgerin des Stiftungspreises Margarete Wißmann (Mitte).